unser
TREND
SPOTTER


immer am Puls der Zeit und das Ohr auf dem Gleis
  • 27 Mai
    CLUBHOUSE - TRY THE CLUB!

    CLUBHOUSE - TRY THE CLUB!

    Hype um Clubhouse: Was hat es mit dieser Social-Media-App eigentlich auf sich und wie kann ich sie als Kommunikationskanal nutzen?
    „Clubhouse? Ich dachte, Discos sind aktuell alle geschlossen.“ Wenn man vor ein paar Wochen nach „Clubhouse“ gefragt worden wäre, hätte das durchaus eine veritable Antwort sein können. Seit Januar 2021 sieht das allerdings anders aus: die Social Media Plattform schuf in kürzester Zeit einen Hype sondergleichen: Egal ob Celebrities, Branchengrößen oder Otto Normalverbraucher – jeder wollte von Anfang an dabei sein. Aber was steckt konkret hinter dieser App?

    „Clubhouse“ ist eine Art Live-Podcast, inklusive aktiver Einbindung der Zuhörer, der es mittels künstlicher Verknappung und hoher Exklusivität direkt in die Spitze der Social Media Trends geschafft hat. Unter der Leitung von Moderatoren können Nutzer an unterschiedlichsten Expertenrunden, Interviews und Diskussionen teilnehmen. Dafür reicht es, quasi wie in der Schule, seine Hand zu heben. Wer nicht aufgerufen wird, bleibt still und hört zu. ABER: „Club-Mitglied“ wird nur, wer eine Einladung bzw. „Invite“ vorweisen kann – ähnlich wie damals bei SchülerVZ (die etwas älteren Brand Lab-Leser werden sich vielleicht daran erinnern). Darüber hinaus kommt die technische Hürde, da die App aktuell nur für iOs-User nutzbar ist. Eine entsprechende Android-Version soll aber zeitnah folgen.

    Der exklusive Zugang spiegelt sich aber nicht in den Nutzerzahlen wider – ganz im Gegenteil: Gelaunched im Frühjahr 2020 hatte der Dienst bereits knapp 600.000 User und einen geschätzten Marktwert von über 100 Millionen US-Dollar. Nach nur einem Jahr liegt die Zahl der aktiven Nutzer pro Woche bei 10 Millionen, der Wert bei sage und schreibe 1 Milliarde US-Dollar – Tendenz weiter steigend. Bei der raschen Popularität ist es auch kein Wunder, dass Promis wie Talkshow-Legende Oprah Winfrey, TV-Alleskönner Joko Winterscheidt und Tesla CEO Elon Musk früh aktiver Teil der Community waren und sich regelmäßig in den verschiedensten Räumen, zu unterschiedlichste Themen tummeln.

    Wie aber lässt sich diese überaus interaktive Plattform in die Kommunikation von Marken integrieren? Und ist dies überhaupt gewünscht? Kurz vorweg – die App bietet zahlreiche Möglichkeiten, Marken nahbar zu präsentieren. Allerdings gibt es auch Fallstricke, die Marketeers unbedingt beachten sollten. Einer der wichtigsten Aspekte ist, dass sich „Clubhouse“ selbst als werbefreier Kanal sieht und offiziell keine Marken eine Bühne bieten möchte.

    Welche Brand sind Teil des Trends?
    Hype hin oder her, nicht jeder ist für diese Art von Kommunikation mit der Zielgruppe geschaffen und es sollte sich auch kein Unternehmen dazu gezwungen fühlen, mit aller Gewalt auf dieser Plattform vertreten zu sein. Trotzdem sind bereits einige Marken von Anfang an Teil dieser „Bewegung“: Neben Congstar und DM, die generell eine eher jüngere Zielgruppenansprache in ihrer Kommunikation aufweisen, ist u.a. auch der Lebensmittelhändler EDEKA mit auf den Hypetrain gesprungen. Last but not least – eine Marke, die keinen neuen Social Media Trend auslässt und für die „Digitalisierung“ völlig zurecht auf der Agenda steht: die Bundesregierung. Sie ist unter anderem durch Philipp Amthor oder Bodo Ramelow vom Bundespresseamt vertreten, um besonders nah an die relevanten Zielgruppen heranzutreten und an offenen Diskussionen teilzunehmen.


    3 GRÜNDE FÜR CLUBHOUSE ALS KOMMUNIKATIONSKANAL


    Stimmungscheck in Echtzeit
    Durch die offene Diskussion und dem „Einschleusen“ in Räume, in denen sich relevante Zielgruppen tummeln, können Unternehmen bei Clubhouse das Ohr auf das Gleis legen, sich direkt mit potentiellen Kunden austauschen und Meinungsbilder bzw. Haltungen zur Marke einfangen und abfragen. Das ersetzt, u.a. aufgrund der viel zu geringen Stichprobengröße, natürlich keine professionelle empirische Marktforschung, wie auch wir sie in unserer Research Unit durchführen. Dennoch bietet die Plattform ausreichend Gelegenheiten, wertvolle Impulse aufzunehmen und Trends zu identifizieren.

    Mit Branded Profiles Bühne nutzen
    Wie nahezu jede Social Media App bietet „Clubhouse“ die Möglichkeit, sich via Kurzbeschreibung, Verlinkungen zu anderen Plattformen (z.B. Instagram und Twitter) plus Profilbild zu präsentieren. Um ein wirkungsvolles „Branded Profile“ zu erstellen, braucht es ein Konzept: die Infos sollten auf den Punkt, die Verlinkungen sinnvoll und das Profilbild aufmerksamkeitsstark sein. Aufgrund der Hype-Phase der App konnten wir bislang – wenn man die Anzahl mit den aktiven Usern in Relation setzt – allerdings nur vereinzelt Mitglieder entdecken, die ein wirkungsvolles „Branded Profile“ vorweisen können. Eigentlich unverständlich. Gerade für Marken ist es ein smarter Zug, sich damit zu positionieren: Die Konkurrenz ist bis dato überschaubar, jedes „Branded Profile“ sticht in den Räumen heraus und kann so schnell für Aufmerksamkeit und Interaktionen sorgen.

    Zielgruppe erleben – Kundenbindung hautnah
    Seine Zielgruppe zu kennen ist einer der Hauptaspekte, wenn es darum geht, Conversions und Bekanntheit zu generieren. Mit „Clubhouse“ konnte der Kundenkreis noch nie so einfach und so real erlebt werden – quasi wie eine Live-Exkursion. Denn was ist besser als im direkten Austausch mit den Nutzern zu erfahren, woran es an der Marke hapert, was diese sich wünschen und was verbessert werden muss? Darüber hinaus vermittelt die offene Diskussion Transparenz, fördert die Positionierung als Trendsetter, sorgt für einen positiven Imagetransfer und letztendlich eine engere Kundenbeziehung. Wer darüber hinaus den Status eines Moderators innehält, erlangt schnell an Zuspruch sowie die Möglichkeit sich und die Marke im „Disco-Licht“ zu präsentieren und dort nicht-existente Mitbewerber abzuhängen.

    Fazit: Try the Club
    Was macht „Clubhouse“ so einzigartig und interessant für Marken? Im Grunde sind es die zahlreichen Details und Facetten, die dieser Kanal aufweist: Sei es live mit der Zielgruppe zu interagieren und die Stimmungslage in Echtzeit abzuklopfen oder dass die Kommunikation der Wettbewerber auf Herz und Nieren überprüft werden kann. Diese App ist eine spannende Mischung aus Telefonkonferenz und Podcast, bei der Networking auf das nächste Level gehoben wird. Dabei lebt „Clubhouse“ von den Themen, den Diskussionen und ganz besonders von den Meinungen der Nutzer und wie sie diese kommunizieren. Marketingleiter präsentieren sich als Experten, Fachmedien wie Horizont geben spannende Insights zum Besten oder nutzen die Plattform, um sich mit Unternehmen auszutauschen. Auch für das Thema „Recruiting“ bietet der Kanal neue Chancen und steckt voller ungeahnter Potenziale: so kann sich aus einer Diskussion in einem Themenraum schnell ein Bewerbungsgespräch entwickeln – HR Management 2.0 sozusagen.
    Wo viel Licht ist, gibt es aber immer etwas Schatten: Denn auch wenn „Clubhouse“ ein riesiges Differenzierungspotential darstellt, kostet die Kommunikation und das Diskutieren viel Zeit und Ressourcen, die Unternehmen entsprechend investieren müssen. Zudem birgt der unmittelbare Kontakt zur Zielgruppe ein nicht zu unterschätzendes Risikopotenzial: die User können im persönlichen 1:1 Sympathie und Abneigung gegenüber einer Marke offen kommunizieren und bei Meinungsverschiedenheiten auch in ihrer Rolle als virale Multiplikatoren schneller mal einen Shitstorm lostreten. Da heißt es entsprechend strategisch vorzugehen und die virtuelle Arena nicht „untrainiert“ zu betreten.
    Nichtsdestotrotz ist es insgesamt auf jeden Fall einen Versuch wert, sich als Marke „Clubhouse“ als Kommunikationskanal zu nähern, sofern dies mit einem nachhaltigen Konzept geschieht. Dass diese Art von Plattform absolut „Talk-of-the-Town“ ist, beweist die Tatsache, dass bereits andere Player wie Instagram (mit „Live Rooms“) und Twitter (mit „Spaces“) den Usern eigene „Clubhouse-Ableger“ präsentieren. Ganz getreu dem Motto: „Lieber gut kopiert als schlecht selber gemacht“. Ob sie damit genauso erfolgreich sein werden, wie der Pionier wird sich zeigen.
Sie können
uns mal


...kennen lernen. Wir freuen uns drauf!
+49 (0)821 / 217175-0
Kirchbergstr. 23, 86157 Augsburg
hello@trumedia.de
AUSGEZEICHNET
MITGLIEDSCHAFTEN
AUSGEZEICHNET
MITGLIEDSCHAFTEN